Überschrift

Die Überschaubarkeit des Weilheimer Weihnachtsmarkt im Hofe der Schule hat ihren Reiz. Das sehen und empfinden wohl nicht nur die Weilheimer so. Drehorgelspieler Hans Wetzel aus Hirrlingen, der zu Gunsten krebskranker Kinder spielt und regelmäßiger Gast des Weilheimer Marktes ist, lobt dessen kleinen und dörflichen, fast schon intimen Charakter. Hier kenne jeder jeden und dadurch entstehe eine besondere Vertrautheit. Viele Weilheimer nutzten die Gelegenheit zur Geselligkeit und zu einem zwanglosen Plausch bei Glühwein oder Punsch und genossen eine Stärkung aus Pfanne oder Backofen.

Geboten wurde an den Ständen selbst Gebasteltes, Gesticktes, Gehäkeltes, Gekochtes, Gebratenes und Gebackenes. Nach Einbruch der Dunkelheit kam der Nikolaus mit seinem Knecht Ruprecht zu Besuch und beschenkte die Kinder.

Viel Beifall fand die von Kindern gestaltete lebende Krippe. Maria, Josef und die Hirten hatten ihre helle Freude an den sie umgebenden Schafen und benutzen das größte als williges Reittier. Ein weiteres Glanzlicht war der Auftritt von Gretel Kommer, der historischen Nachtwächterin aus Balingen. Sie erzählte, wie der Nachwächter um 1830 Weihnachten feierte. Da war Üppigkeit ein absolutes Fremdwort. (Text/Foto bu)



 

Nun, Sauköpfe zum Verzehr gibt es schon lange keine mehr. Dafür bot der Sportverein Weilheim am Samstag andere „Schweinereien“ feil. Und die fanden wieder einmal mehr reißenden Absatz.

Schon am Morgen um halb sechs wurden von „Chefkoch“ Jürgen Lau und seinen Mannen die fünf Kessel auf dem Hof der alten Schule angeheizt. In das siedende Wasser kamen dann Hals, Bauch, Schälrippe, Rüssel und Sauschwänze. Aber auch Innereien wie Leber und Nieren, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen, fanden den Weg in den Sud. Dieser erfuhr durch die Zugabe von Karotten, Zwiebeln, Pfeffer und Salz die richtige Würze. Ab halb zwölf erfolgte der Verkauf des Gargutes, Dessen Duft ließ jede Menge Gutes erahnen und bei so manchen das Wasser im Munde zusammenlaufen.  Mit Töpfen, Schüsseln und anderweitigen Behältnissen versehen, warteten die Kunden um sich ihr Mittagessen oder auch Vesper mit nach Hause nehmen zu können. Aber natürlich konnte man auch vor Ort, im alten Schulhaus, die Köstlichkeiten aus dem Kessel genießen. Zum Fleisch gab es Holzofenbrot, Pfeffer, Salz und Zwiebeln und dazu noch einen Gratis-Verdauungsschnaps. Bis in den Nachmittag hinein wurden die Kessel befeuert und es wurde stetig für Nachschub gesorgt. Nicht nur Weilheimer kamen als Gäste. Auch Besucher aus Stein, Sickingen, Hechingen, Bisingen und Haigerloch fanden den Weg in die alte Schule. Vereine und Belegschaften, die schon seit Jahren kommen, hatten ihren Besuch angekündigt und Plätze sowie entsprechend Gaumenfreuden aus dem Kessel reservieren lassen. Eine Mordsstimmung verbreiteten am Abend die Mitglieder der Lumpenkapelle aus Rangendingen. Dem Vernehmen nach ging die Sause recht lange. Übrig blieben am Ende von den einigen hundert Kilo Fleisch nur noch wenige Fasern und von den neun Holzofenbroten à vier Kilo lediglich einige Krümel. (Text/Foto: bu)